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Dienstag, 15. Januar 2019



Bürgerbegehren Stadtwald kontert Sicherheitsbedenken

Ein Bild von Hotzenplotz im Stadtwald hat die Wählergemeinschaft proschweinfurt nach Ansicht der Initiatorinnen des Bürgerbegehrens gezeichnet. Das sei "bemerkenswert"

SCHWEINFURT • Mit deutlichen Worten nehmen die Initiatorinnen des Bürgerbegehrens pro Stadtwald Stellung zu einer Pressemitteilung der Wählergemeinschaft proschweinfurt. Diese hatte unter anderem davor gewarnt, ein Stadtwald an dieser Stelle habe ein Sicherheitsproblem und sei schwer zu überwachen. „Es ist schon bemerkenswert, dass die LGS-Befürworter jetzt schon mit antiquierten Räubervorstellungen à la Hotzenplotz daherkommen, um den vorgeschlagenen Stadtwald in ein schräges Licht zu setzen“, so Annelie Maidhof und Ulrike Schneider in einer Pressemitteilung. Stadtrat Schön von proschweinfurt sollte sich als ehemaliger Wasserschutzpolizist mit seinen Aussagen auf das nasse Element beschränken und von Mutmaßungen Abstand nehmen, dass es in einem Stadtwald zu mehr Übergriffen komme als in einem Park. In Zeitungsberichten sei häufiger von Übergriffen und Saufgelagen in Parkanlagen als in Wäldern zu lesen. Es stelle sich die Frage, wie der im Rahmen der Landesgartenschau geplante „Bürgerpark“ angesichts solcher Sicherheitsbedenken aussehen werde – "statt Hecken und Bäumen sicherheitshalber lieber Blumen, Buchsbäumchen und Bonsai-Kulturen, um so dem Klimawandel begegnen?".

Auch der von Christiane Michal-Zaiser angesprochene Pflegeaufwand für einen Wald im Anfangsstadium sei ein "bemerkenswert schwaches bzw. regelrecht falsches Argument" angesichts der Tatsache, dass ein Park auf Dauer gepflegt werden müsse. Die Kosten rechnen Schneider und Maidhof am Beispiel des aus einer Internationalen Gartenbauausstellung (IGA 83) hervorgegangenen Westparks in München auf den Bürgerpark herunter. Für den 70 Hektar großen Münchner Park müssten jährlich rund 1,6 Millionen Euro für den Unterhalt aufgewendet werden. Bezogen auf die geringere Fläche koste die Pflege des Parks in Schweinfurt rund 200 000 Euro pro Jahr, „eine stolze Summe im Vergleich zu einem Wald, dessen Pflege nur alle sechs Jahre für circa 1000 Euro pro Hektar anstünde. Mittelfristig würde ein bewirtschafteter Stadtwald schwarze Zahlen schreiben, worauf Förster immer wieder hinweisen würden. Dass dieser mit Lichtungen, Wegen und Bänken fast einen parkähnlichen Charakter bekäme, wie Michal-Zaiser kritisch anmerke, müsse "auch den letzten Schweinfurter überzeugen, dass der Stadtwald die einzig richtige Lösung darstellt".

© Katja Beringer
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Samstag, 12. Januar 2019



Von Stadtentwicklung und dunklen Wäldern

Die dritte Podiumsdiskussion zum Bürgerentscheid Stadtwald oder Bürgerpark mit Landesgartenschau zog 140 Besucher an. Diskutiert wurden auch abseitige Themen

SCHWEINFURT • So voll wie bei der dritten und letzten Podiumsdiskussion zum Bürgerentscheid am 20. Januar, bei dem die Schweinfurter entscheiden, ob sie einenStadtwaldoder einenBürgerpark mit Landesgartenschauauf dem Konversionsgelände in den Ledward-Kasernen und auf dem Kessler Field wollen, ist die Rathausdiele bei Bürgerversammlungen nie: Rund 150 Gäste waren da, gleichwohl ein Großteil aus dem Stadtrat und viele Bürger, die schon bei der Infoveranstaltung der Linken am Mittwoch anwesend waren und die selben Beiträge brachten.

Nichts desto trotz konnte man sich durch zwei Präsentationen von Baureferent Ralf Brettin über die städtischen Pläne für einen Bürgerpark mit Landesgartenschau und Ulrike Schneider über die Pläne für einen Stadtwald ein gutes Bild machen. Die Stadtverwaltung, Initiator dieser Veranstaltung und von der Bürgerinitiative pro Stadtwald in den vergangenen Wochen mehrfach scharf kritisiert, sie würde nicht neutral informieren, bemühte sich, beiden Seiten ausreichend Gehör zu verschaffen. Dennoch wurde klar, dass das persönliche Verhältnis zwischen Stadträtin Ulrike Schneider (Freie Wähler/Schweinfurter Liste) und Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) den winterlichen Temperaturen entsprechend mit frostig noch höflich umschrieben ist.

In ihren gleichlangen Präsentationen hoben Ralf Brettin und Ulrike Schneider jeweils die eigenen Schwerpunkte heraus. Brettin und später auch der OB betonten den Aspekt der Stadtentwicklung und der Nachhaltigkeit. "Ein Wald ist nichts, was verbindet, da kann man zu sich finden", so Remelé, der im Gegensatz dazu den Bürgerpark als Generationen verbindend für das neue Stadtquartier sieht und die Landesgartenschau als Hebel, um mehr Zuschüsse zu bekommen auch für andere korrespondierende Projekte. "Es geht um uns, um unsere Stadt und wie wir sie im 21. Jahrhundert entwickeln wollen", betonte der OB und verwies darauf, dass man sich in starkem Wettbewerb mit anderen Regionen um Arbeitnehmer befände, denen es wichtig sei, wie das Umfeld ist, in dem sie leben. Eine Landesgartenschau, so der OB, "ist eine Chance, Schweinfurt weiterzuentwickeln als einen Ort, in dem man gerne lebt".

Klimaschutz als Herzensangelegenheit

Das ist genauso das Ziel von Ulrike Schneider und ihren Mitstreitern in der Bürgerinitiative, von denen ödp-Mitglied Stefan Bretscher mit auf dem Podium saß. Allerdings verfolgen sie einen völlig anderen Ansatz: #wir sind vernünftig, das war der Slogan von Schneider als Widerspruch zu der Werbebroschüre der Stadt, auf der #wir sind landesgartenschau zu lesen ist. Schneider kämpfte argumentativ für ihre Idee eines Stadtwaldes, der für Jung und Alt da sei als Ort der Begegnung mit Wegen, Lichtungen, Hecken und Sitzbänken.

Vor allem die Finanzplanung für die Landesgartenschau kritisieren die Stadtwald-Befürworter. Sie befürchten, dass wie in Würzburg ein Millionen-Minus droht, weil die Zahl der Besuche mit 750 000 viel zu hoch geschätzt sei. Ein Herzensanliegen ist der Klimaschutz: "Wir brauchen nachhaltiges Handeln auch auf lokaler Ebene", zitierte Schneider Ernst Ulrich von Weizsäcker. Ein Stadtwald sei perfekt, um das städtische Klima zu verbessern und im Vergleich zu einer Landesgartenschau mit 100 000 Euro nach Abzug der Förderung viel billiger. Mit dem gesparten Geld könne man nachhaltige Klimaschutz-Konzepte in der Stadt angehen, zum Beispiel eine Solar-Anlagen-Offensive.

Zu viele Diskussionsteilnehmer

Das Podium war von Seiten der Stadtverwaltung bunt gemischt besetzt worden, um möglichst viele Aspekte beleuchten zu können. Gut gemeint, doch leider schweifte die Diskussion allzu oft zu Problemen bei der Landesgartenschau 2018 in Würzburg oder der in Deggendorf 2014 ab - wenig zielführend, da die Verhältnisse nicht vergleichbar sind mit denen Schweinfurts. Der Unmut mancher Besucher darüber war zu spüren.

Bei den Bürgerfragen ging es um altbekannte Themen wie die Frage, wie schnell nun der Stadtwald wachsen und zum Wald werden würde - leider brachte auch der städtische Förster Andreas Hummel kein Licht ins Dunkel, da es zu viele verschiedene Rahmenbedingungen gibt, die eine pauschal gültige Aussage verhindern. Ein Thema, das auch bei der Diskussion der Linken von Bürgerinnen angesprochen worden war, ist der Sicherheitsaspekt. Ein Mann stellte sich den geplanten Wald als "dunkel und grausam vor", befürchtete, dass man dort sich nachts lieber nicht aufhalten sollte.

Der OB erklärte, er sei mehrfach auf das Thema Sicherheit im Wald angesprochen worden, auch von der Gewerkschaft der Polizei - in einem weitläufig angelegten Bürgerpark sei das anders. Dafür erntete er heftigen Widerspruch. Stefan Bretscher erklärte, der Stadtwald sei mitnichten dunkel, dafür sorge schon der zehn Meter breite Weg über der Fernwärmeleitung, der eine weitläufige Sichtachse schaffe. Über die Frage, wie breit nun wirklich der Weg über der Fernwärmeleitung - zehn Meter laut Bürgerinitiative, 20 laut Stadtverwaltung - sein muss, wurde ebenfalls gestritten.

© Oliver Schikora
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Freitag, 11. Januar 2019



Fürs Klima oder für die Bürger?

Am 20. Januar entscheiden die Schweinfurter, ob sie einen Stadtwald oder eine Landesgartenschau in den Ledward-Kasernen wollen. Beide Seiten kämpfen für ihre Positionen

SCHWEINFURT • Das Thema Stadtwald oder Landesgartenschau interessiert die Schweinfurter. 70 hatten sich den Mittwochabend freigehalten, um sich im Christkönigsheim am Bergl bei der Podiumsdiskussion der Linken zu informieren. Die sind ein erklärter Befürworter des Bürgerparks und der Landesgartenschau in den ehemaligen Ledward-Kasernen und am Kessler Field –Fraktionsvorsitzender Frank Firsching verteidigte das Ratsbegehrenauf dem Podium, während seine Stadtratskollegin Ulrike Schneider (Freie Wähler/Schweinfurter Liste) als Initiatorin des Bürgerbegehrens für den Stadtwaldwarb.

Ein bisschen wurde mit ungleichen Waffen gekämpft, was Ulrike Schneider beklagte: Baureferent Ralf Brettin stellte per Power-Point-Präsentation die bekannten Pläne der Stadt zum Bürgerpark und der Landesgartenschau vor. Schneider hatte keine Präsentation dabei, war aber von Seiten der Bürger oft in Anspruch genommene Ansprechpartnerin. Tendenziös war die Veranstaltung nicht, beide Seiten kamen zu Wort. Dass die Linken aber als Befürworter des Bürgerparks mit Landesgartenschau diese Position herausheben würden, war bei ihrer eigenen Veranstaltung nachvollziehbar.

Ralf Brettin legte den Schwerpunkt in seiner Darstellung auf das Thema Stadtentwicklung. "Wichtig ist, was bleibt", so Brettin, der dem Slogan "Industrie und Kunst", der für Schweinfurt wirbt, noch "Grün" mit anfügte. Die Planung der Neu-Gestaltung der insgesamt 70 Hektar verschiedener Konversionsflächen sei ein jahrelanger Prozess, so der Baureferent. Seit 2016 beschäftige man sich mit der Idee einer Landesgartenschau 2026, für die man im August 2018 den Zuschlag erhielt.

Landesgartenschau als Hebel

Brettin stellte die Bürgerparks-Planung, die sich aus dem einstimmig im Stadtrat verabschiedeten integrierten Stadtentwicklungs-Konzept ergibt, vor und die Mehrleistungen für das Landesgartenschau-Gelände. Für den Bürgerpark auf etwa zehn Hektar Fläche müsse man ohnehin fünf Millionen Euro rechnen, der bei einer Landesgartenschau geplante Park mit einer höherwertigeren Ausstattung koste nur zwei Millionen mehr. Dass die so genannten Korrespondenzprojekte als grünes Band zwischen der Landesgartenschau und dem Main nicht in der Kostenschätzung enthalten sind, betonte Brettin. Er verwies darauf, dass es bezüglich der möglichen Bezuschussung eine so genannte Bündelungswirkung von Seiten des Freistaates gebe: Das bedeutet, dass es nicht nur fünf Millionen Euro Förderung für den Investitionshaushalt der Landesgartenschau gibt, sondern wegen der Landesgartenschau auch höhere Zuschüsse für mit ihr in Zusammenhang stehende Projekte wie die Aufwertung des Volksfestplatzes, des Schuttbergs oder der Mainlände.

"In unseren Augen liegen die Pluspunkte allesamt beim Stadtwald", betonte Ulrike Schneider. Sie und auch einige Bürger in der Fragerunde kritisierten die Kostenschätzung für die Durchführung der Landesgartenschau, die Annahme, dass 750 000 Besucher kommen sollen und dass man den Zwölf-Millionen-Durchführungshaushalt mit einer schwarzen Null abschließen wolle. Schneider verwies auf die stark kritisierte Landesgartenschau in Würzburg 2018, bei der aufgrund des heißen Sommers und anderer Faktoren ein Minus von sieben Millionen Euro im Durchführungshaushalt entstand. Den von ihr angedachten Wald bekomme man nach Abzug der Förderung für 100 000 Euro.

Dem Natur- und Klimaschutz Vorrang gewähren

Ein großes Thema ist der ökologische Aspekt. "Für das Klima in unserer Stadt sind möglichst viele Bäume deutlich besser als Wiesen und Blumen", so Schneider, die von das Bürgerbegehren mit unterstützenden ödp-Mitgliedern sowie Zuhörern argumentativ Hilfe erhielt. Eine Bürgerin gab ein flammendes Plädoyer pro Klimaschutz, man müsse eine Naturoase schaffen. Sie forderte einen Paradigmenwechsel hin zum konsequenten Natur- und Klimaschutz.

Ein länger diskutiertes Themenfeld war die Frage, wie schnell ein Wald wachsen würde - dazu gibt es kontroverse Positionen. Schneider gab ihre Gespräch mit Förstern wider, betonte, wenn man 2019 mit dem Pflanzen von schnell wachsenden Setzlingen begönne, würden diese 2026 durchaus bis zu drei Meter hoch sein. Andere Bürger sprachen davon, dass ein Wald Jahrzehnte zum wachsen brauche. Intensiv erörtert wurde auch die Frage, welche Folgekosten zur Pflege ein Wald oder ein Bürgerpark hätte.

Frank Firsching argumentierte vor allem mit dem sozialen Aspekt des Bürgerparks als Begegnungsstätte für alle Schichten im Gegensatz zu einem Wald, der einen nur begrenzten Freizeitwert habe. Dass Schneider nicht nur ihm, sondern der CSU vorwarf, wer wirklich sozial sei und an seine Kinder denke, könne nur einen Wald als sinnvoll erachten, ließ Firsching nicht gelten. Gerade die Linken im Schweinfurter Stadtrat stünden wie niemand sonst für soziale Politik, und es sei sicher nicht unsozial, einen Treffpunkt für alle Menschen zu schaffen.

© Oliver Schikora
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Mittwoch, 09. Januar 2019



Podiumsdiskussion zu Bürgerentscheiden

Die Stadt Schweinfurt lädt am Donnerstag, 10.Januar, um 18.30 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Rathausdiele ein. Laut einer Pressemitteilung werden Vertreter beider Bürgerentscheide zu Gast sein

SCHWEINFURT • Die Stadt Schweinfurt lädt am Donnerstag, 10. Januar, um 18.30 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Rathausdiele ein. Laut einer Pressemitteilung werden Vertreter beider Bürgerentscheide zu Gast sein.

Seitens des Bürgerentscheids 1, der aus dem Ratsbegehren hervorgegangen ist und für einen „Bürgerpark für Alle im Rahmen einer Landesgartenschau“ wirbt, können Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Baureferent Ralf Brettin, Wildparkleiter Thomas Leier sowie Ratsbegehren-Vertreter und Stadtrat der Grünen, Reginhard von Hirschhausen, begrüßt werden.

Seitens des Bürgerentscheids 2, der für „einen klimafreundlichen Stadtwald“ wirbt, sind Ulrike Schneider, Initiatorin des Bürgerbegehrens und Stadträtin der Freien Wähler, Georg Meiski, Kreisrat in Deggendorf, wo bereits eine Landesgartenschau stattfand und Stefan Bretscher von der ÖDP zu Gast. Zusätzlich wird der Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, Martin Richter-Liebald, in der Rathausdiele erwartet. Alle interessierten Bürger sind zu dieser Infoveranstaltung eingeladen.

© Lena Köster
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Dienstag, 08. Januar 2019



SPD zu Schneider-Kritik: Optionen benötigen Flächen

Stadtrat Norbert Lenhard antwortet auf Ulrike Schneiders Kritik: Die Waldbefürworter sollten akzeptieren, dass die Haltung der SPD sowohl begründet als auch legitim ist

SCHWEINFURT • Entgegen der Behauptung der Stadtwaldinitiative habe sich die SPD-Kreisvorsitzende Julia Stürmer-Hawlitschek gemeinsam mit dem Kreisvorstand und der Stadtratsfraktion sehr intensiv in die Materie um Landesgartenschau, Stadtwald eingearbeitet. Insoweit entsprächen die genannten Fakten der Wahrheit. Auch Ulrike Schneider solle akzeptieren, "dass diese Fakten im Lichte der Interessen und Haltungen zu betrachten sind", schreibt Norbert Lenhard namens der SPD-Stadtratsfraktion in einer Mitteilung .

Betriebe stehen vor großen Veränderungen

Schweinfurt habe sich nach der großen existenzbedrohenden Krise der Metallindustrie 1992/93 im Wesentlichen erholt, "weil die Industrie zu neuer Kraft heranwuchs". Etwa 25 000 Arbeitsplätze hängen laut Lenhard an den fünf größten Industrieunternehmen der Stadt. Diesen Betrieben stünden in den nächsten zehn Jahren umfassende Veränderungen in Bezug auf Produkte und Arbeitsbedingungen bevor. Es sei nicht vorhersehbar, wie diese Transformation vollzogen wird. Der SPD-Kreisvorstand wie auch die SPD-Stadtratsfraktion setzten sich dafür ein, "dass der Stadt alle Optionen erhalten bleiben, die für Begleitung der Veränderungen notwendig sind".

Der wesentliche Schlüssel für die Gestaltung der Transformation sei das Wissen um Produkte, Prozesse in Produktion, Verwaltung, Logistik und Qualifizierung. Diese Entwicklungsoptionen benötigten in Zukunft auch Flächen - Flächen für die Erweiterung der Fachhochschule, Institute und Forschungseinrichtungen aber auch hochschul- und fabriknahe Wohnungen. Die vom Stadtrat beschlossene Gestaltung der Carus-Allee in Verbindung mit dem sogenannten Trittsteinkonzept Schelmsrasen, Schuttberg begrüne die Wohnviertel und mache die nordwestliche Stadt attraktiver. Die SPD befürwortet eine Erweiterung der Carus-Allee statt Wald oder Landesgartenschau.

Die SPD empfiehlt weiter das Doppel-Nein

"Der Einsatz für ökologische, nachhaltige Konzepte muss auch die berechtigten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen aufnehmen und verantwortlich integrieren", heißt es weiter in der Mitteilung der SPD. Auch Schneider (Waldinitiative) und die Befürworter der Landesgartenschau sollten akzeptieren, dass die Haltung der SPD sehr wohl begründet und aus der Verantwortung für die zukünftige Entwicklung der Stadt legitim sei, so Lenhard. Zudem sei diese Position nicht neu: "Wir schlagen vor, bei der Abstimmung zweimal mit Nein zu votieren."

© Stefan Sauer
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Montag, 07. Januar 2019



Der Wald als emotionaler Ort

Wie Ulrike Schneider bei einer Exkursion mit Försterin Katharina Brändlein für den Stadtwald wirbt. Und was der Klimawandel für Folgen hat

SCHWEINFURT • Mal ist er Oase der Erholung, mal Kampfplatz, in jedem Fall ein Ort der Emotionen. In Deutschland war der Wald schon immer mehr als nur eine Ansammlung von Gehölzen. Am 20. Januar entscheiden die Schweinfurter Bürger, ob auf dem Gelände der Ledward Barracks die Landesgartenschau 2026 stattfinden wird, gefolgt von einem Bürgerpark. Oder auf zehn Hektar ein neuer Stadtwald emporwachsen wird, als "grüne Lunge", die der Stadt beim Klimawandel einen langen Atem bescheren soll.

Etwa zwanzig Teilnehmer sind zum Wildpark "An den Eichen" gekommen, auf Einladung der "Initiative Stadtwald statt Landesgartenschau", rund um Stadträtin Ulrike Schneider. Die aus Euerbach stammende Försterin Katharina Brändlein leitet die Exkursion durch den winterlichen Forst, mit Kooiker-Hund Fina an der Seite. Unter dem Label "Försterliesl" bietet die bei Garmisch-Partenkirchen lebende Diplom-Forstingenieurin und Erwachsenenpädagogin Naturerlebnisse an. Zielgruppe sind Kinder ebenso wie Führungskräfte deutscher Großunternehmen.

Für die Natur war auch der Stadtwald auf Höhe des Deutschhofs mal "Konversionsgebiet". Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurden zwischen den Baumreihen Schützengräben angelegt, für einen Truppenübungsplatz, der nie zustande kam. Die Laufgräben sind längst wieder zugewachsen. Drei gestürzte Kaiser liegen ebenfalls am Boden: Die "Dreikaisereiche"fiel letzten Herbst Sturmtief "Fabienne" beziehungsweise dem Zahn der Zeit zum Opfer. Ihre Stämme bieten nun als Totholz Nahrung für Pilze und Insekten. Eine 83-jährige Dittelbrunnerin wundert sich über manchen Ast am Wegesrand. Nach dem letzten Krieg hätten die Menschen jedes Stückchen Brennholz aus dem Wald geholt.

Erste Lektion: "Wald ist eine Frage der Wahrnehmung". Katharina Brändlein lässt die Exkursionsteilnehmer ausschwärmen, malen und aufschreiben, was ihnen in den Sinn kommt. "Ich sehe Menschen", sagt eine Schülerin. "Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht", meint eine andere Besucherin. Ulrike Schneider nimmt "gute Luft" wahr. Andere haben Vogelnester, Nistkästen oder Laub entdeckt. "Ich sehe noch keine Eichenverjüngung", meint Wolf Pösl, waldinteressierter Ehrenvorsitzender des Jagdschutzvereins Schweinfurt. Einen Moment lang wird über Waldschutz debattiert. Stefan Bretscher von der ÖDP weist darauf hin, dass auch bei einem "Bürgerpark" Beete und Gehölze geschützt werden müssten, vor Kaninchen. Wenn, dann würden bei einem Stadtwald nur einzelne Parzellen eingezäunt werden, vermutet Brändlein.

Für Lektion 2 sorgt der Klimawandel, mit neuen Krankheiten, Schädlingen und Wetterextremen im Wald. Wichtig sei die Hitzeanpassung der Bäume, sagt die Murnauerin, auf Waldboden wie auf Teer. Beim Projekt "Stadtgrün 2021", der Landesanstalt für Gartenbau in Veitshöchheim, seien klimaresistente Baumarten getestet wurden. Ein Wald speichere CO2 und Wasser, auch bei den zunehmenden Starkregen-Ereignissen, und liefere Sauerstoff. "Die Beschattung trägt dazu bei, dass das Stadtklima gekühlt wird." Zum günstigen Mikroklima komme der Lebensraum für Tiere: "In Baumkronen leben am meisten Insekten."

Die Forstökonomie denke wie die Politik aber oft nur in kurzen Zeiträumen: "Es sind 100, 150 Jahre, die wir im Wald vorausschauen müssen." Artenmischung, Solitärbäume, Lichtungen, Blickachsen trügen nicht nur zur ökologischen Nachhaltigkeit, sondern auch zur "Forstästhetik" bei. Damit zur Erholungsqualität. Dass man sich im Mischwald am besten erhole, habe Psychologin Dr. Kerstin Ensinger mit einer Studie im Nationalpark Schwarzwald festgestellt. In Japan werde "Waldbaden" medizinisch verschrieben, gegen Stress: als Bad in den Duftstoffen der Bäume. Ein Wald könne dabei durchaus "parkähnlich" sein, sagt Brändlein auf Nachfrage der Dame aus Dittelbrunn.

"Ein Ahorn ist in sechs bis sieben Jahren in der Regel schon mehr als drei Meter hoch", so die Forstfrau. Ulrike Schneider sieht sich bestätigt, ob des sechs Jahre alten Fichtensetzlings, den der Oberbürgermeister zu einer Diskussion mitgebracht hat: laut Brändlein keine klimatolerante Baumart. Zehn Hektar Wald, mit über 2000 Bäumen, seien im Vergleich zu den meisten Privatwäldern "eine Menge Holz", so die Försterin. Die Pflanzung würde ihrer Meinung nach sogar billiger kommen als die bisher geschätzten 400 000 Euro. Inklusive Wegen und Bänken käme man mit 300 000 Euro gut hin, ohne große Folgekosten, aber mit möglicher Bewirtschaftung in naher Zukunft. Die Gartenschau würde mehr als 12 Millionen Euro kosten, sagt Schneider.

Am Ende dürfen die Besucher mit einem Spiegel durchs Grün wandern und damit hinauf in die Baumkronen schauen.

© Uwe Eichler
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Samstag, 05. Januar 2019



Zeug gibt`s:

[...]
• Die Frau SWL-Stadträtin und Stadtwald-Initiatorin, Ulrike Schneider, hat der hiesigen SPD angesichts ihres Vorschlags, einfach die Carus-Allee zu erweitern und sich nicht wegen einer Gartenschau die Aussicht auf ein späteres mögliches Baugebiet für 30 lange Jahre zu verbauen, nicht nur Fairness und Klimabewusstsein abgesprochen. Sie hat in derselben Mitteilung der Stadt Schweinfurt eine Unterlassunklage angekündigt – bezüglich einer „Reihe unwahrer Aussagen“. Da wird der rechtskundige Stadtrat Jan von Lackum aber erzittern und sein Gewissen ergründen: Was ist ein Wald? Was nur ein Wäldchen?
[...]

© Redaktion
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Freitag, 04. Januar 2019



Ulrike Schneider will die Stadt verklagen

Der Streit um LGS oder Stadtwald wird härter: Ulrike Schneider wirft der SPD-Vorsitzenden "falsche Aussagen" vor und will die "Wahrheit" wohl anwaltlich erzwingen

SCHWEINFURT • Die Initiative für einen Stadtwald auf dem Konversionsgelände "vermisst Ehrlichkeit und Klimabewusstsein". So schreibt es die Hauptinitiatorin, Stadträtin Ulrike Schneider, in einer Pressemitteilung zu dem Artikel "SPD: Die Carus-Allee erweitern". Es sei "bemerkenswert, wie wenig Fakten am Ende zählen". Die Initiative sehe das Konzept des Stadtwaldes "durch eine Reihe von Unwahrheiten bedroht", die nun auch noch ungeprüft von der SPD übernommen würden.

"Statt sich ordentlich in die Materie einzuarbeiten, kommt die neue SPD-Vorsitzende mit völlig falschen Aussagen daher“, wird Stefan Bretscher zitiert. Die Stadt Schweinfurt verfüge auf Stadtgebiet keineswegs über 1850 Hektar Wald, wie von der SPD-Vorsitzenden Stürmer-Hawlitschek behauptet, sondern über 500. Der Rest liege in den Landkreisen Bad Kissingen und Schweinfurt. Förster zählten zudem das Gebiet im Süden und Westen Schweinfurts zu den waldärmsten in ganz Bayern. Und: Das für den Stadtwald vorgesehene Areal sei zehn Hektar groß, nicht sieben - etwa zwei Drittel der Fläche des Stadtwalds an den Eichen und damit kein "Wäldchen".

SPD "weder fair noch klimabewusst"

Dass die SPD erneut mit dem Plan aufwartet, den Rest des Konversionsgeländes zu bebauen und damit zu versiegeln, ist für Schneider ein Zeichen dafür, dass sie offensichtlich die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt habe. „Wenn jede Kommune versuche, so viele Bürger wie möglich durch neue Baugebiete anzulocken, "entziehen wir uns Schritt für Schritt die eigene Lebensgrundlage“. In Bayern würden jedes Jahr rund 43 Quadratkilometer Freifläche in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt. „Das Ergebnis von Kirchturmpolitik“, so Schneider und wenig zukunftsorientiert.

Nachdem sich ihrer Meinung nach nun herauskristallisiere, wie groß die Vorbehalte gegen eine Landesgartenschau in der Bevölkerung seien, springe die SPD auf den Zug auf "und möchte ihn zu einer Vollbremsung zwingen", so Schneider. Das sei "weder fair noch klimabewusst" Und: "Eine Klage gegen eine Reihe unwahrer Aussagen ist in Vorbereitung." Es solle eine Unterlassungsklage gegen die Stadt Schweinfurt werden.

© Stefan Sauer
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

Donnerstag, 03. Januar 2019



Park oder Wald? Das ist hier die Frage!

Zu einem Informations- und Diskussionsabend über das Rats- und das Bürgerbegehren lädt die Linke- Stadtratsfraktion am Mittwoch, 9. Januar

SCHWEINFURT • Zu einem Informations- und Diskussionsabend über das Rats- und das Bürgerbegehren lädt die Linke- Stadtratsfraktion am Mittwoch, 9. Januar, um 18.30 Uhr in den Gemeindesaal Christkönig am Bergl ein. Nach der Begrüßung von Linken-Stadtrat Sinan Öztürk wird Ralf Brettin, Baureferent der Stadt Schweinfurt, laut einer Pressemitteilung die Pläne der Stadt zur städtebaulichen Entwicklung des Geländes der ehemaligen Ledward- Kaserne und des Keßler- Field vorstellen.

Anschließend werden als Vertreterin des Bürgerbegehrens und SWL-Stadträtin Dr. Ulrike Schneider und Frank Firsching, Linken-Fraktionsvorsitzender und Vertreter des Ratsbegehrens, ihre jeweilige Sicht auf die Entscheidung am 20. Januar darstellen und mit dem Publikum über Vor- und Nachteile eines Waldes oder eines Parks diskutieren.

Moderiert wird die Veranstaltung von Christian Schwarz, bekannt als Radiomoderator von Radio Primaton. Der Eintritt ist frei, Diskussionsbeiträge sind ausdrücklich erwünscht.

© Lena Köster
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt

 

 

 

 

 

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